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Martental heißt übersetzt „Tal der Märtyrer“. Der Legende nach wurden hier Anfang des 4. Jahrhunderts römische Soldaten und Christen ihres Glaubens wegen hingerichtet. Die älteste urkundliche Erwähnung des Klosters stammt von 1141 — versteckt in einem Seitental der Endert zwischen Kaisersesch und Cochem. Heute steht hier das Kloster Maria Martental, einer der ältesten Wallfahrtsorte der Region. Und keine 500 Meter weiter stürzt der Wasserfall „Rausch“ mehrere Meter tief in einen Talkessel.

Genau diese Kombination macht den Ausflug für uns so lohnend: erst die stille Wallfahrtskirche, dann ein kurzer Waldpfad hinunter zum Wasserfall. Der Weg vom Kloster zum Wasserfall ist gerade an heißen Tagen ein Geschenk — schattig, waldig und dank des Wassers angenehm kühl. Wer mag, wandert von dort weiter durchs Tal der Wilden Endert bis nach Cochem. Für einen halben Tag reicht die kleine Runde am Kloster, für einen ganzen Tag nimmst du die Strecke bis zur Mosel.
Kloster Maria Martental: fast 900 Jahre Geschichte
Die Geschichte des Gnadenortes reicht weit zurück. Die wichtigsten Stationen, wie sie vor Ort dokumentiert sind:
- 1141 — älteste urkundliche Erwähnung des Klosters der Augustiner-Eremiten im „Tal der Märtyrer“
- seit 1200 — Augustinerinnen in Maria Martental
- seit dem 15. Jahrhundert — das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter, Beginn der Wallfahrt
- 1523 — Auflösung des Klosters durch Papst Clemens VII.
- 1927 — Übernahme des Klosters und Wallfahrtsortes durch die Herz-Jesu-Priester (Dehonianer), die den Ort bis heute betreuen
- 1934 — Wiederaufbau der Wallfahrtskirche, seither mehrfach umgestaltet
Heute betreuen die Herz-Jesu-Priester hier den Wallfahrtsort, eine Jugendbildungsstätte und Einrichtungen in der Umgebung.
Der Wasserfall „Rausch“

Vom Kloster führt ein kurzer, schattiger Waldweg hinunter zum Wasserfall. An heißen Sommertagen ist das der angenehmste Teil des Ausflugs — im Tal ist es spürbar kühler, und das Rauschen des Wassers hört man schon von weitem. Am Wasserfall stürzt die Endert über eine Felsstufe in einen kleinen Talkessel; oben führt eine Holzbrücke über die Schlucht.

Weiterwandern: durchs Tal der Wilden Endert nach Cochem
Der Wasserfall liegt am Wanderweg „Im Tal der Wilden Endert“, und der ist kein Geheimtipp mehr: 2019 wählten ihn die Leser des Wandermagazins zu Deutschlands schönstem Wanderweg. Die Gesamtstrecke führt über rund 21 Kilometer von Ulmen bis nach Cochem, meist bachabwärts, in etwa fünf Stunden. Direkt am Kloster verläuft außerdem ein ausgeschilderter Pilgerweg.

Ab Kloster Maria Martental sind es noch etwa 13 Kilometer bis Cochem. Diese Teilstrecke ist aus unserer Sicht die dankbarste Variante: kaum Anstiege, dafür ein wildes Kerbtal voller Brücken und Schieferfelsen, dazu die Reste zahlreicher alter Mühlen. Zwei davon sind heute Einkehrstationen:
- Göbelsmühle (nach gut 5 Kilometern) — ein wunderbarer Ort zum Durchatmen mitten im Tal: seit über 100 Jahren in Betrieb, urig gelegen und bei Wanderern zu Recht beliebt. Ein idealer Punkt für eine Pause auf halber Strecke.
- Weißmühle kurz vor Cochem — ein romantisches Hotel-Restaurant im Wald, das regionale Küche mit Stil in mehreren gemütlichen Gasträumen serviert. Der perfekte, entspannte Abschluss der Wanderung. Warme Küche gibt es täglich von 12:00 bis 14:00 und von 18:00 bis 20:30 Uhr — prüf die Zeiten aber am besten kurz vor deinem Besuch.
Prüf vor der Tour die Öffnungszeiten — gerade die Göbelsmühle hat nicht täglich auf.
Wer die komplette Endert-Tour gehen will, übernachtet am besten in Cochem und fährt morgens zum Startpunkt.
Praktische Tipps
- Parken: direkt am Kloster gibt es kostenlose Parkplätze.
- Beste Zeit: an heißen Tagen besonders schön, weil der Talweg schattig und kühl ist.
- Festes Schuhwerk: Kirche und Klostergelände sind bequem erreichbar, der Pfad zum Wasserfall ist dagegen schmal und stellenweise steil.
- Einkehr: Zwei Mühlen im Tal (Göbelsmühle, Weißmühle) — Öffnungszeiten vorher prüfen, sonst Verpflegung selbst mitnehmen oder in Cochem einkehren.
Häufige Fragen
Wie kommt man zum Wasserfall „Rausch“?
Vom Kloster Maria Martental führt ein kurzer, schattiger Waldweg hinunter zum Wasserfall — schmal und stellenweise steil, festes Schuhwerk empfohlen.
Kann man am Kloster Maria Martental kostenlos parken?
Ja, direkt am Kloster gibt es kostenlose Parkplätze.
Kann man von Martental nach Cochem wandern?
Ja. Der Wasserfall liegt am Wanderweg „Im Tal der Wilden Endert“, der über rund 21 Kilometer von Ulmen bis Cochem führt.